Pille (Ovulationshemmer OH) und Hormonsystem

Die Pille

Ovulationshemmer OH (kombinierte hormonelle Kontrazeptiva oder Gestagen (Progesteron)-Monopräparate) greifen gezielt in die Hypothalamus-Hypophysen-Ovar-Achse (HHO-Achse) ein und unterdrücken die körpereigene Hormonproduktion der Ovarien vorübergehend. Das gilt nur bedingt für die sogenannte Minipille, welche einzig eine minime Menge an Gestagenen (Progesteron-ähnliches Hormon) enthält.

T3, die Wahrheit: wir behandeln seit Jahren Zahlen (Laborwerte) – und übersehen den Menschen.

T3, T4, Schilddrüse, TSH

Dr. med. Bruno Müller setzt seit Mitte der 1990er Jahre bei von Hypothyreose betroffenen Personen auf Kombinationstherapien mit Levothyroxin (T4) und Liothyronin (T3), das auch als Trijodthyronin bezeichnet wird. Die bekannten Schilddrüsenhormonpräparate Eltroxin, Euthyrox und Tirosint enthalten dagegen ausschliesslich T4. T4 ist ein Prohormon und muss über Dejodasen (vor allem D1/D2) in das biologisch aktive T3 umgewandelt werden. Letztendlich wirkt nur T3 (nicht aber T4) in jeder Körperzelle über spezifische Schilddrüsenhormon-Rezeptoren.

Stress und Hormonsystem

Stress und Hormonsystem

Wir verfügen über zwei Stresshormonsysteme: die sogenannte HPA-Achse (Cortisol) und die Adrenalinachse. Die entsprechenden Stresshormone werden dabei entweder in der Nebennieren-Rinde (HPA-Achse) oder im Mark der Nebennieren produziert und ausgeschüttet. Das Adrenalin-Stresssystem ist auch bekannt als Sympathikus–Nebennierenmark-System (SAM-Achse). Das Adrenalin-Stresssystem ist darauf ausgelegt, innerhalb von Sekunden Leistung und Überlebensfähigkeit zu maximieren („Fight or Flight“ – Kampf oder Flucht). Adrenalin wirkt wie ein Turbo bei akuter Belastung, Cortisol sorgt eher für ein Langzeit-Notprogramm. Es wird also bei anhaltenden Belastungen aktiviert, beispielsweise bei: Trennungsproblematik, psychischer Erkrankung, Burnout.

Testosteron-Therapie TRT: Die ganze Wahrheit

Die Testosterontherapie wurde in den 1930er-Jahren entwickelt und war noch vor zehn bis zwanzig Jahren umstritten. Bereits in den 1940er-Jahren konnten zahlreiche Studien die heute bekannten positiven Wirkungen von Testosteron belegen. Dazu zählen die Linderung von Symptomen wie Antriebslosigkeit, Verstimmtheit (Dysthymie) und Libidostörung sowie eine Verbesserung der Körperzusammensetzung mit Abnahme des Bauchfetts und Zunahme der Muskelmasse. Ausserdem wurde eine Verbesserung des Stoffwechsels bei männlichen Diabetikern beobachtet.

Typ-1-Diabetes heilbar?

Diabetes

Im August 2025 wurde in der renommierten Medizinzeitschrift New England Journal of Medicine (NEJM) der erste dokumentierte Fall beschrieben, in dem geneditierte allogene Beta-Zellen beim Menschen überleben, funktionieren und nicht abgestossen werden, obwohl keinerlei Immunsuppression eingesetzt wurde. Dies könnte einen Durchbruch in der zellbasierten Heilung von Typ-1-Diabetes bedeuten.

Beziehungen und Hormone

Beziehung, Relations, Relationship, Hormones, Hormone

Gibt es einen klaren Zusammenhang zwischen Hormonen und menschlichen Beziehungen? Die Antwort lautet ja.

Winterdepression (Saisonale Affektive Störung, SAD) und Hormonsystem

Winterdepression

Wir wissen, dass es einen deutlichen Zusammenhang zwischen Winterdepression (saisonale affektive Störung, SAD) und dem Hormonsystem gibt. Die wichtigsten beteiligten Hormone sind Melatonin und Serotonin sowie die Vitamin-D-abhängigen hormonellen Regelkreise. Liegen allerdings klassische Hormonmängel wie Östrogen-, Testosteron- oder Schilddrüsenhormondefizite vor, so gelten andere Gesetzmässigkeiten.

Aging Male/Female: Gebrechlichkeit (Frailty-Syndrom) und Hormone

Das Frailty-Syndrom (Gebrechlichkeitssyndrom) ist ein bei älteren Männern und Frauen häufig beobachtetes Syndrom, das durch eine Abnahme der körperlichen Reserven und der Widerstandsfähigkeit gegenüber Stressoren/Krankheiten gekennzeichnet ist. Aus endokrinologischer Sicht steht dabei die Abnahme der Muskelmasse, ihrer Funktion und damit der Verlust der koordinativen Fähigkeiten beim Stehen, Gehen und allgemein bei Bewegungen im Vordergrund. Das Frailty-Syndrom ist daher häufig mit einem erhöhten Risiko für Stürze, Krankenhausaufenthalte und Mortalität verbunden. Nicht wenige Menschen sehen sich allein aufgrund des Frailty-Syndroms gezwungen, ihre eigene Wohnung aufzugeben und in eine Pflegeeinrichtung umzuziehen.

Übergewicht und Jo-Jo-Effekt: neueste Forschungsdaten

Jojo-Effekt

Nach einer Diät sind die verlorenen Pfunde oft schnell wieder da. Oder um es genauer zu sagen: Eine Vielzahl von Studien zeigt, dass eine deutliche Gewichtsabnahme dazu führt, dass die Betroffenen nach 3 bis 4 Jahren mehr Kilos auf die Waage bringen als vor Beginn der Diät. Wir nennen das den Jo-Jo-Effekt, das klingt nach […]

Interview mit Bruno Müller

Interview mit Dr. med. Bruno Müller

Wie und warum sind sie zum Endokrinologen geworden? Durch Begabung, Umwege, Zufall, Glück und extremes intrinsisches Interesse. So wie jeder zu seinem Beruf und seiner Vision kommt. Was verstehen Sie unter intrinsischem Interesse? IIch habe mich schon seit der Matura extrem dafür interessiert, wie Körper-Geist-Seele funktioniert, also im weitesten Sinne für Body-Mind-Spirit-Gesundheit. Und habe mich […]